Bioplastik aus Rosskastanien

Freie Waldorfschule Braunschweig e.V.
Weiterführende Schule in Braunschweig

Darum geht es in unserem Projekt

Plastikmüll stellt weltweit ein großes Umweltproblem dar. Besonders das Bild des Großen Pazifikmüllflecks verdeutlicht das Ausmaß der Verschmutzung. Seine Fläche soll etwa dreimal so groß sein wie Frankreich. Weniger bekannt ist jedoch, dass Böden noch stärker betroffen sind. Laut der Freien Universität Berlin gelangt jährlich 4 bis 23 mal mehr Plastik in Böden als in die Meere. Diese Erkenntnisse zeigen, wie dringend nachhaltige Alternativen zu herkömmlichem Plastik benötigt werden.

Mit dieser Problemstellung beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 und 11 im Wahlkurs Praktische Ökologie. Seit März 2024 arbeitete der Kurs daran, ein stärkebasiertes Bioplastik zu entwickeln, ohne dafür Stärke aus Lebensmitteln wie Kartoffeln, Mais oder Getreide zu verwenden. Stattdessen entschieden sich die Jugendlichen für eine lokale, nicht essbare Stärkequelle: Rosskastanien vom Schulgelände, die bis zu 40 % Stärke enthalten. Die zentrale Herausforderung bestand darin, die Stärke aus den Kastanien zu isolieren und daraus ein funktionales Bioplastik herzustellen. Die Schüler*innen entwickelten dafür verschiedene Methoden, führten mehrere Versuchsreihen durch und dokumentierten ihre Ergebnisse. Auf Grundlage der jeweils erzielten Resultate passten sie die Produktionsschritte immer wieder an. Erst der fünfte Versuch führte zu einem überzeugenden Produkt: einem reißfesten, leicht durchsichtigen und biegsamen Bioplastik, das auf dem Projektfoto zu sehen ist.

Der Herstellungsprozess ist aufwendig und wird jedes Jahr von den neuen Teilnehmenden weiter optimiert. So entsteht ein fortlaufendes Forschungsprojekt, das Nachhaltigkeit und eigenständiges Experimentieren verbindet. Die Fördergelder der PSD Bank ermöglichten die Anschaffung neuer Herdplatten und benötigter Zutaten und trugen dazu bei, das Projekt langfristig zu sichern.

Testimonials

  • Viele der Effekte von Mikroplastik im Boden könnten Prozesse verändern, die sich auf das Erdsystem auswirken können.

    Prof. Dr. Matthias C. Rillig

    Professor am Institut für Biologie der Freien Universität Berlin

Weiterführende Informationen zum Projekt

Unser Standort

Einblicke

  • 1. Bioplastik
  • 2. Bioplastik (verschiedene Rezepturen)
Recycling und Abfallvermeidung