Mo­bi­li­tät neu den­ken – Die Ent­wick­lung und die Markt­chan­cen-Ana­ly­se ei­nes was­ser­stoff­be­trie­be­nen Las­ten­fahr­rads

Be­rufs­bil­den­de Schu­len Burg­dorf

Dar­um geht es in un­se­rem Pro­jekt

An der BBS Burg­dorf wer­den neue Wege durch ein schul­form­über­grei­fen­des Pro­jekt „Nach­hal­ti­ge Mo­bi­li­tät“ ein­ge­schla­gen: Die Ent­wick­lung und die Markt­chan­cen-Ana­ly­se ei­nes was­ser­stoff­be­trie­be­nen Las­ten­fahr­rads. Zu­dem soll ein ganz­heit­li­ches En­er­gie­ver­sor­gungs­kon­zept ent­wi­ckelt wer­den, so dass lo­kal grü­ner Was­ser­stoff pro­du­ziert wer­den kann.

Mo­bi­li­tät neu den­ken – Die Ent­wick­lung und die Markt­chan­cen-Ana­ly­se ei­nes was­ser­stoff­be­trie­be­nen Las­ten­fahr­rads
An der BBS Burg­dorf wer­den neue Wege durch ein schul­form­über­grei­fen­des Pro­jekt „Nach­hal­ti­ge Mo­bi­li­tät“ ein­ge­schla­gen: Die Ent­wick­lung und die Markt­chan­cen-Ana­ly­se ei­nes was­ser­stoff­be­trie­be­nen Las­ten­fahr­rads. Die Rea­li­sa­ti­on ge­lingt durch eine in­no­va­ti­ve Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen der JA-Gas­tech­no­lo­gy GmbH aus Burg­we­del, der Fach­schu­le Fahr­zeug­tech­nik und dem Be­ruf­li­chen Gym­na­si­um Wirt­schaft der BBS Burg­dorf. Zu­dem soll ein ganz­heit­li­ches En­er­gie­ver­sor­gungs­kon­zept ent­wi­ckelt wer­den, so dass lo­kal grü­ner Was­ser­stoff pro­du­ziert wer­den kann.

Pro­dukt­be­schrei­bung
Das Las­ten­fahr­rad bie­tet eine nach­hal­ti­ge Al­ter­na­ti­ve zu Ver­bren­ner-Fahr­zeu­gen für Klein­trans­por­te und Dienst­leis­tun­gen im ur­ba­nen Ver­kehr, da es durch CO2-frei er­zeug­ten Was­ser­stoff an­ge­trie­ben wer­den kann. In ei­ner völ­lig neu­ar­ti­gen Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen Schu­le und Wirt­schaft wird für Ge­wer­be, Hand­werk, In­dus­trie und Kom­mu­nen eine pra­xis­taug­li­che und wirt­schaft­li­che Mög­lich­keit der Wa­ren­lo­gis­tik ent­wi­ckelt. Im Ver­gleich zu rein bat­te­rie­elek­tri­schen Pe­delecs kann das H2-Las­ten­rad bei ei­ner Zu­la­dung von max. 100 kg in sei­nen bei­den Druck­tanks 500 g Was­ser­stoff für eine Reich­wei­te von bis zu 800 km trans­por­tie­ren. Durch die Nut­zung re­ge­ne­ra­tiv ge­won­ne­nen Stroms in ei­nem mo­du­la­ren und trans­por­ta­blen Elek­tro­ly­se­sys­tem der JA-Gas­tech­no­lo­gy GmbH kann hoch­rei­ner Grü­ner Was­ser­stoff er­zeugt wer­den. So könn­te z. B. ein Lo­gis­tik­un­ter­neh­men auf sei­nen Dä­chern So­lar­ener­gie er­zeu­gen, sie vor Ort in Was­ser­stoff um­wan­deln und sie für die Aus­lie­fe­rung von Wa­ren oder für den Werks­ver­kehr nut­zen.

Um­set­zung
Bis­her hat die Pro­jekt­grup­pe der Fach­schu­le Fahr­zeug­tech­nik die Brenn­stoff­zel­le in das Fahr­zeug im­ple­men­tiert so­wie die Span­nungs­wand­lung und die elek­tro­ni­sche Steue­rung ent­wi­ckelt und pro­gram­miert. Eine uni­ver­sel­le Leicht­bau-Trans­port­box wur­de an­ge­fer­tigt. Die nächs­ten Pro­jekt­schrit­te be­stehen aus der In­be­trieb­nah­me des Was­ser­stoff­sys­tems, er­for­der­li­chen Fahr­ver­su­chen und der Sys­tem­op­ti­mie­rung. In Pla­nung sind wei­te­re Auf­bau­va­ri­an­ten, die ggf. En­er­gie aus der Brenn­stoff­zel­le nut­zen. Das Team des Be­ruf­li­chen Gym­na­si­ums Wirt­schaft hat das Ge­schäfts­kon­zept er­ar­bei­tet. Es hat eine Markt­ana­ly­se durch­ge­führt, eine Un­ter­neh­mens­stra­te­gie ent­wi­ckelt so­wie das Vor­ge­hen beim Mar­ke­ting und der Preis­be­stim­mung fest­ge­legt. Zu wel­chen Kos­ten kann so ein Rad her­ge­stellt wer­den, gibt es ak­tu­ell ähn­li­che Pro­jek­te, wel­che Ri­si­ken gibt es? Wer ist be­reit, 20.000 bis 30.000 Euro für ein Las­ten­fahr­rad mit Was­ser­stoff­an­trieb aus­zu­ge­ben? Hier gab es auf der Han­no­ver Mes­se 2023 schon ers­te avi­sier­te Auf­trä­ge.

Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner
Un­ser Ideen­ge­ber und Haupt­spon­sor ist die JA-Gas­tech­no­lo­gy GmbH aus Burg­we­del. Sie be­schafft die Kom­po­nen­ten und be­rät uns bei tech­ni­schen und recht­li­chen Fra­gen. Au­ßer­dem hat uns die Rad­kut­sche GmbH aus Neh­ren (Ba­den-Würt­tem­berg) ein ver­güns­tig­tes Las­ten­rad zur Ver­fü­gung ge­stellt. Fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung leis­ten der ADAC (Han­no­ver); CKT.Fo­li­en­Tech­nik (Burg­dorf) und re­log-lohn (Burg­we­del). MT­Me­di­en (Han­no­ver) hilft uns fi­nan­zi­ell und über­nimmt auch die ex­ter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on. Un­ser Bei­trag zur nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung in der Mo­bi­li­tät Das H2-Las­ten­rad kann mit CO2-frei er­zeug­tem Was­ser­stoff be­trie­ben wer­den und be­las­tet die Um­welt wäh­rend sei­ner Nut­zung kaum, da es sich beim Brenn­stoff­zel­len-Sys­tem um ein „Life­time-Pro­dukt“ han­delt, das ei­nen sehr ge­rin­gen Ver­schleiß hat. We­sent­lich kür­ze­re Be­tan­kungs­zei­ten und eine gro­ße Reich­wei­te füh­ren zu neu­en Ein­satz­ge­bie­ten, die rein bat­te­rie­elek­trisch be­trie­be­ne Las­ten­rä­der nicht er­rei­chen. So kann eine auch wirt­schaft­lich in­ter­es­san­te Al­ter­na­ti­ve zu Ver­bren­ner-Fahr­zeu­gen im ur­ba­nen Ver­kehr an­ge­bo­ten wer­den. Die Mög­lich­keit der lo­ka­len Er­zeu­gung grü­nen Was­ser­stoffs er­höht die Aut­ar­kie und re­du­ziert die CO2- Emis­sio­nen der An­wen­der. Ge­samt­wirt­schaft­lich sinkt so auch die Ab­hän­gig­keit von fos­si­len En­er­gie­trä­gern.

Un­ser Bei­trag zur so­zia­len Di­men­si­on der Nach­hal­tig­keit
Das H2-Las­ten­rad trägt z. B. dazu bei, dass in au­to­frei­en In­nen­städ­ten Lo­gis­tik wei­ter­hin ge­währ­leis­tet sein kann. Es kann Hand­wer­ker, Lie­fer­diens­te und auch die Kom­mu­nen da­bei un­ter­stüt­zen, ihre Dienst­leis­tun­gen trotz Fahr­ver­bo­te in be­währ­tem Um­fang an­zu­bie­ten und da­mit die Ver­sor­gung der Be­völ­ke­rung zu si­chern. Es wer­den we­ni­ger Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen für ver­kehrs­be­ru­hig­te In­nen­städ­te be­nö­tigt. Au­ßer­dem kön­nen alle Men­schen die­ses Ver­kehrs­mit­tel nut­zen, da kein Füh­rer­schein er­for­der­lich ist. Da­mit bie­tet das H2-Las­ten­rad die Mög­lich­keit der In­te­gra­ti­on von nied­rig­qua­li­fi­zier­tem Per­so­nal in den Ar­beits­markt.

Tes­ti­mo­ni­als

  • Ganz klar treibt uns an, die Mög­lich­keit an so ei­nem zu­kunfts­ori­en­tier­ten Pro­jekt zu ar­bei­ten. Man kriegt hier als Schü­ler die Mög­lich­keit, tat­säch­lich mit dem Treib­stoff der Zu­kunft zu ar­bei­ten, näm­lich Was­ser­stoff. Die­ser wird in Zu­kunft im­mer wich­ti­ger und wir dür­fen jetzt schon vor­zei­tig da­mit ar­bei­ten.

    Joscha Mack

    Schüler des 13. Jahrgangs des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft

Ein­bli­cke

Nachhaltige Mobilität